Alle Werke sind Original-Radierungen oder Original-Linolschnitte vom Künstler Ludwig Gebhard. Sie sind auf jedem Bild rechts unten signiert und links unten nummeriert (oder mit Widmung). Gedruckt auf starkem Velin. Die Druckvorlage wurde nach dem Druck zerstört.
"Duo" assoziiert selbstverständlich zunächst etwas Musikalisches: ein Stück für zwei Ausführende, die miteinander konzertieren, die aufeinander angewiesen sind, sich gegenseitig ergänzen - also eine durchaus harmonische Sache, möchte man meinen. (...) zwei Arme so ineinander verschlungen, dass die Assoziation eines Blasinstrumentes sich sofort einstellt; zwei Menschen, die sich umarmen, einer davon als weibliches Wesen gekennzeichnet, der andere höchstwahrscheinlich ein Mann. Eine Liebesszene also? Der Betrachter wird unsicher: Die Köpfe dieser Wesen sind völlig gesichtslos... (aus "die Kunst 8/1973).
"Auf dieses schizophrene Moment verweist besonders die Farbradierung "Gespaltenes Wesen", in der Gebhard es unternommen hat, diesen Zustand der inneren Zerrissenheit und Widersprüchlichkeit auch äusserlich sichtbar darzustellen (...). Formal greift er dabei auf alte im Grunde kubistische Mittel zurück. So erscheinen hier Frontalansicht und Profil simultan übereinander projiziert; die Unentschiedenheit der Blickrichtung wird damit gleichzeitig zum Signum der generellen Desorientiertheit dieses Wesens. (aus der Zeitschrift "die Kunst" 8/1973).
1974 Radierung (Zinkätzung)
"Geometrie einer Landschaft"
Blatt 33 x 43 cm, Druck 14,5 x 19,5 cm, Nr. 10 von 30,
Preis: 130 Euro
Beim "Krug" (1987) beschränkte sich Gebhard (...) wieder auf einen Gegenstand, jedoch ist die Durch-dringung der Formen durchaus mit der der Trinkgefässe und Karaffen vergleichbar, allerdings nicht ein Durchdringen unterschiedlicher Gegenstände, sondern ein Ineinanderwachsen zwischen dem Blau des Bodens, dem Schwarz der Stehfläche, dem Weiss des Kruges und dem Rot des Hintergrundes. Die Unterscheidung zwischen Objekt und Umgebung wird unterbunden. (...) (Aus: Bernhard Graf, Linolschnitte, 1992).
Andrea Gensicke schreibt über das Werk Architektur-Landschaft:
"Schon der Titel ist doppelbödig, denn der Bindestrich zwischen beiden Wörtern stellt eine Zäsur dar. Es handelt sich eben nicht um eine Architekturlandschaft, sondern um die Konfrontation der Begriffe Architektur und Landschaft. Diese "Landschaft" verwandelte sich unter den Händen des Menschen in eine kühle Konstruktion, und selbst das Gestirn zeigt Spuren eines künstlichen Eingriffs. (...)"
Preis (Linolschnitt mit Heft Gensicke): 370 Euro
"Im Stilleben '90 hat der Auflösungsprozess sogar noch zugenommen. Ein Innenraum ist nicht mehr zu identifizieren, er hat die Farbe der Gefässe in sich aufgenommen, eine Stehfläche ist nicht mehr zu erkennen, sie ist ganz und gar mit dem Geschirr verschmolzen. (...)
Alles ist in allem. Jede Farbe befindet sich in jedem Gegenstand, in jeglicher Umgebung. Jede Form lässt sich in jedem Objekt, in jeder Dimension erkennen. Nichts ist von einander zu trennen."
(Aus Bernhard Graf, 1993: "Signaturen gesellschaftlicher Praxis. Zu den Linolschnitten von Ludwig Gebhard")
Preis: 350 Euro
"Eine andere Welt eröffnet sich in der Druckgraphik "Weder Sonne noch Mond", denn hier sind keinerlei organische Formen mehr festzustellen. Die Natur wurde durch weit in den dunklen Himmel ragende Konstrukte ersetzt, die durch die Simultanität unterschiedlicher Perspektiven in sich labil sind und undurchschaubar wirken. Aus: Bernhard G. Graf (1993).
"Weder Sonne noch Mond" kombiniert expressionistische Farbgestaltung und kubistische Flächenaufteilung mit surrealistischer Symbolik."
Aus: Giuseppe Maruozzo (1995).
Preis (inkl. Katalog Zähringer): 440 Euro
1994 Linolschnitt (Neunfarbendruck)
Tortenstück und Tasse (Abb. in Ausstellung Kolping 1995 und Gedenkschrift 2007), "Für meinen Freund und Sammler
Günter Arlt zum 60igsten Geburtstag", Blatt 70 x 50,5 cm, Druck 42 x 30 cm, Auflage
30, Preis: 650 Euro.
Über dieses Werk schreibt Conradine Gebhard in der Gedenkschrift, 2007 (S. 56): "Der Linolschnitt "Tortenstück und Tasse" war eine umfangreiche
Arbeit, die aus 16 Druckvorgängen besteht, hinzu kommt das Deckblatt. Die Idee zu dem vorliegenden Blatt hat folgenden Hintergrund: Ich esse immer gerne die Prinzregententorte und ich glaube,
Ludwig hat diesen Gedanken aufgegriffen. Diese Torte hat sieben Schichten: wenn Sie die Schichten auf dem Blatt zählen, müssten es sieben sein. Ich kann mich an diesbezügliche Unterhaltungen mit
Ludwig erinnern." Quelle: Gedenkschrift galerie-gebhard.de
In "Trio" hält eine vertikal aufgerichtete, ruhig stehende Person eine andere Person mit orangem Kopf auf den Armen, während sich darunter eine dritte Figur mit schwarzem Kopf und ausgestreckten Armen in gebückter Haltung befindet. Die stehende Figur ist der männliche Part, wohingegen die anderen beiden Figuren aufgrund ihrer Rundungen als Frauen zu definieren sind. (...). Die inhaltliche Deutung der anonymen Gruppe bleibt offen.
(Aus: Luise Finger, Ludwig Gebhard, Dr. Erdel Verlag Regensburg, Q43)
Ludwig Gebhards "Halbfigur" ist vom bekannten Renaissance-Typus weit entfernt. Zwar ist ein Oberkörper erkennbar, dessen signifikantesten Merkmale zum einen weibliche Brüste in Mehransichtigkeit und zum anderen der Gebhard'sche Ohrenkopf sind. Individuelle Züge, das Charakteristikum jeder Porträtdarstellung, verleiht Gebhard seiner Komposition hingegen nicht. (...) Gebhard kombiniert in dieser Arbeit die Anonymität des modernen Menschen im Jahr 2000, der zur Kommunikation nur noch über technische Hilfsmittel fähig ist, mit der Androgynität.
(Aus: Luise Finger, Ludwig Gebhard, Dr. Erdel Verlag, Q43)